Digitale Erinnerungen

Mit digitalen Photos ists so eine Sache… Früher gehörte es zu meinen Hobbies, mein Photialbum "up to date" zu bringen; Phöteli einzukleben, zu beschriften und Erinnerungsstücke wie Bustickets, Kassenbelege, Land- und Postkarten hinzuzufügen. Mein Photoalbum war eigentlich mehr eine Ergänzung zu meinem Tagebuch.
Seit meine Photos digital sind, liegt das Album halbfertig herum. Ich stehe fängs bei Herbst 2004.
Warum? Entweder muss ich warten, bis ich endlich mal bestimmte Bilder hab entwickeln lassen (weil ich immer vergesse, sie zu bestellen oder grad keine Zeit habe und auf die Semesterferien warte – und dann vergesse ichs wieder). Oder ich höre auf, weil ich mich so ob den neuen eckigen Photikleberli nerve (und die tollen alten ovalen Smileys nirgends mehr zu kaufen sind). Oder ich warte, weil ich immer wieder Photos von anderen Leuten bekomme, die ich auch gerne reinkleben möchte (denn schliesslich hat heute JEDER eine digitale Kamera und JEDER muss sie auch benutzen, anstatt dass einer Photos für alle macht). Oder ich merke während des Einklebens, dass da ja noch ein Anlass war (ich möchte kein Durcheinander der Reihenfolge in meinem Album), von dem die Bilder immer noch auf dem PC sind…
Ich stehe der digitalen Technik etwas ambivalent gegenüber. Die neuen Kameras sind natürlich schon was tolles und bieten viele Möglichkeiten, aber ich sehe auch viele Nachteile: 1) Man knippst alles, was einem vor die Linse kommt. 2) Man sammelt die Photos anderer Leute. 3) Ich kann mich schlecht von digitalen Photos trennen; selbst in unscharfen oder eigentlich misslungenen Schnappschüssen kann ich noch so etwas wie Kunst erkennen. Ergebnis: Photos im Überschuss. Man verbraucht Stunden, um diese raufzuladen, zu ordnen, auszuwählen und zu bestellen. Alleine von meinem letzten Praktikum hab ich über tausend! Photos auf meiner Festplatte angesammelt…
Früher füllte ich einen Film (meist nur einen, denn schliesslich sind Filme und das Entwickeln für Schüler teuer), brachte ihn zum Entwickeln, holte die Bilder ab und klebte sie ein. Fertig. Und obwohl ich kein photographier-Genie bin, hatte ich kaum unscharfe oder unbrauchbare Photos in meiner Photitasche. Während ich heute oft mehrmals abdrücken muss, bis ich ein für mich annehmbares Bild geschossen habe. Irgendwie vermisse ich meinen alten Photoapparat… die leeren Filmdöschen, die wir zum Basteln gesammelt haben. Und vor allem die alten Automaten mit den 4 schwarzweissen Passphöteli für 2 oder gar nur 1 Franken… (Der Kasten in Bern ist seit 2 Wochen offiziell "entfernt" worden, obwohl er noch immer regen Zulauf genoss.)
 
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