Auftauchen

Die letzten Wochen waren seltsam. Ich fühle mich, als wäre ich irgendwann im November abgetaucht – und erst langsam wieder am auftauchen; es scheint, als hätte ich die Oberfläche noch nicht wieder ganz erreicht. Ich war verschwunden in meiner Lernwelt, vergraben hinter Büchern, stundenlang beschäftigt mit Zusammenfassungen, Thesen, Literatursuche, MindMaps, sortieren, Bücher durchblättern, Studien überfliegen. Obwohl ich regelmässig nach Hause fuhr, arbeiten ging, mit Leuten sprach, Einkäufe tätigte, Weihnachten feierte, Einzahlungen machte, eine Geburtstagsfeier erlebte, täglich die News in Zeitungen und im Internet verfolgte, auf ein neues Jahr anstiess, ist das Leben irgendwie unbemerkt an mir vorübergezogen. Die Zeit kam und ging, ohne tiefe Erinnerungen zu hinterlassen. Alles scheint zu verschwimmen; ist nicht fassbar. Es ist immer noch dasselbe Wetter, ich habe immer noch dieselben Verpflichtungen – ausser, dass ich nicht mehr bis spätnachts repetieren und lesen muss. Aber obwohl ich ein anstrengendes Kapitel in meinem Leben abgeschlossen habe, kann ich noch nicht recht loslassen; kann mich noch nicht recht über meinen Erfolg freuen. Mein Gehirn ist immer noch auf Nachtrhythmus eingestellt; hat sich daran gewöhnt, bis zu 19 Stunden am Tag beschäftigt zu sein und nicht vor 2 Uhr zur Ruhe zu kommen, um 5 Stunden später wieder aktiv zu werden. Ich bin immer noch angespannt, fühle mich unter Stress, in Eile, weil ich ja noch so viel zu tun habe. Bis ich merke: Soviel ist ja gar nicht mehr zu tun. Du hast es endlich geschafft. Lass los.
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