Adam's Apples (DK, 2005)

Der missionarische Pfarrer Ivan (Mads Mikkelsen) hat es sich in seinem Pfarrhaus zur Aufgabe gemacht, ehemalige Straftäter auf Bewährung zu bekehren und ins Leben zurückzuführen. Auch der Neonazi Adam (Ulrich Thomsen) soll in Ivans kleiner Gemeinde zusammen mit  Gunnar (Nicolas Bro) und Khalid (Ali Kazim) gemeinnützige Arbeit leisten. Auf die Frage Ivans, welche Aufgabe er im Zuge seiner Resozialisierung erfüllen möchte, antwortet Adam voller Sarkasmus, einen Apfelkuchen backen zu wollen. Ivan nimmt ihn allerdings begeistert beim Wort und ermuntert ihn,  den Apfelbaum vor der Kirche zu pflegen, um mit den Äpfeln später seinen Kuchen zu backen.

Adam und seine Äpfel
Quelle: http://www.adams-aepfel.de/galerie.php

Schon am nächsten Tag beginnen Krähen, Würmer und Unwetter die Früchte zu zerstören. Schliesslich fällt ein Blitzschlag den Baum und der Backofen gibt ebenfalls den Geist auf. Und Adam merkt, dass Ivans Barmherzigkeit nicht nur an Besessenheit grenzt, sondern auch sonst noch einiges an dieser so vermeintlich heilen Welt faul ist: Gutmensch Ivan verleugnet vehement alles Negative. Er scheint nicht zu bemerken, dass Gunnar noch immer trinkt und Khalid noch immer Tankstellen ausraubt. Auch sein Sohn, der gelähmt im Rollstuhl sitzt und nicht sprechen kann, ist nicht behindert, sondern lediglich etwas faul und erholt sich noch von den Nachwirkungen einer Grippe. Und der Kater, der aus Versehen von Khalid erschossen wird, war „des Lebens schlicht überdrüssig“. Die Zerstörung des Apfelbaums interpretiert Ivan als Werk des Teufels, der das Backen des Apfelkuchens verhindern und Adam auf die Probe stellen möchte. Er rät Adam, sich auf keinen Fall von seinem Vorhaben abbringen zu lassen.

Ivans lustige Truppe
Quelle: http://www.adams-aepfel.de/galerie.php

Adam nutzt die innere Zerrissenheit Ivans aus und konfrontiert den Pfarrer mit seiner Überzeugung, dass nicht der Teufel ihn prüfe, sondern Gott, der ihn hasse und bestrafe. Die ohnehin angespannte Situation spitzt sich zu, als plötzlich seine Neonazi-Freunde bewaffnet auftauchen, um ihn rauszuholen…

DVD-Cover und Filmplakat

Mit „American Pie“ hat der Apfelkuchen in diesem Film nicht viel zu tun. Drehbuchautor und Regisseur Anders Thomas Jensen dürfte einigen bereits aus „In China essen sie Hunde“ ein Begriff sein. Auch „Adams Äpfel“ ist nicht nur mit schwarzem, sondern rabenschwarzem Humor gespickt. Wer sich um political correctness bemüht, wird an diesem Film keine Freude haben. Das Drehbuch lässt die Figuren allerhand schlimme, unverzeihliche Dinge tun; die Handlung ist schräg und grotesk. Zwischenmenschliche Abgründe tun sich auf, Grenzen verwischen und schwarz wird weiss – bis zum überraschenden Ende. Tolle Unterhaltung also.

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