12 Filme in 12 Wochen (VI): Der Film, den du zuletzt im TV gesehen hast

„It doesn’t matter what I feel. It doesn’t matter what I think. The dead are still dead.“ (Hanna Schmitz) 

Ich schaue ja nicht besonders häufig fern… gestern hab ich mal in „Der Vorleser“ reingezappt:

The Reader (USA/D, 2008)

Die Rahmenhandlung des Films spielt 1995. Rechtsanwalt Michael Berg (Ralph Fiennes) trifft sich mit seiner Tochter Julia und fährt mit ihr zum Grab seiner ersten Liebe Hanna Schmitz. Er erzählt Julia erstmals die ganze Geschichte von sich und Hanna…

Die erste Rückblende ist im Jahr 1958 angesiedelt. Der fünfzehnjährige Michael Berg (David Kross) ist auf dem Weg von der Schule nach Hause und fühlt sich elend. Er übergibt sich gerade, als die 36-jährige Strassenbahnschaffnerin Hanna Schmitz (Kate Winslet) vorbeikommt und ihm wieder auf die Beine hilft. Michael muss wegen Scharlach drei Monate im Bett bleiben und stattet ihr nach seiner Genesung mit einem Strauss Blumen einen Besuch ab, um sich zu bedanken. Ab diesem Tag haben die beiden eine Affäre, bei der ihn Hanna vor dem Sex aus Büchern vorlesen lässt. Mit der Zeit kühlt die Beziehung etwas ab, und eines Tages ist Hanna plötzlich verschwunden.

Im Jahre 1966 beobachtet Michael im Rahmen seines Jurastudiums in Begleitung von Professor Rohl einen Prozess gegen mehrere ehemalige KZ-Aufseherinnen. Unter ihnen ist Hanna Schmitz…

„Der Vorleser“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Bernhard Schlink. Ich habs damals in der Schule lesen müssen und konnte mich da schon nicht recht damit anfreunden – wahrscheinlich, weil ich Hanna gegenüber weder Sympathie, Empathie noch für ihr Handeln oder ihre Motivation Verständnis aufbringen kann. Schlink stellt Hanna übertrieben positiv dar im Wissen, dass er damit Konflikte provoziert und Fragen aufwirft. Es ist natürlich gut, wenn Bücher Fragen aufwerfen und zum Nachdenken anregen. Trotzdem hat mich das Buch damals nicht vom Hocker gehauen und der Film auch nicht.

Ich mag Kate Winslet und sie spielt auch diese Rolle toll (abgesehen davon dass mich die deutsche Synchronstimme völlig irritiert hat). Ob sie dafür den Oscar verdient hat? Ich weiss nicht recht… Ob der Film 5 Oscar-Nominationen verdient hat? Nicht unbedingt. Die Nominationen hat er wahrscheinlich eher erhalten, weil er eines der wichtigsten Kriterien für eine Oscar-Nomination erfüllt (aber dazu ein anderes Mal).

Fazit: Man kann den Film sehen – muss man aber nicht. Und einmal sehen reicht auch völlig aus. Dann lieber das Buch nochmals lesen.

„Societies think they operate by something called morality, but they don’t. They operate by something called law.“ (Professor)

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