13 Bücher in 13 Wochen (III) – Ein Buch, durch das du dich richtiggehend durchquälen musstest

„Sie hatten sich eine Welt aus zweiter Hand geschaffen, eine jener idealisierten Kopien, wie sie den Menschen zunehmend vertrauter wurden als die Wirklichkeit.“

Frank Schätzing: Der Schwarm

Ein Fischer verschwindet spurlos vor Peru. Ölbohrexperten stossen in der norwegischen See auf merkwürdige Würmer, die eine riesige Fläche Meeresboden in ihren Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste von British Columbia eine unheimliche Veränderung vor. Ein grosser Frachter wird von Unmengen von Muscheln besetzt und sinkt. Hochgiftige Quallen und Killeralgen machen das Baden in den Weltmeeren unmöglich. In Frankreich sterben Menschen durch giftige Hummer. Die Ereignisse scheinen auf den ersten Blick nicht miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch der norwegische Biologe Sigur Johanson glaubt nicht an Zufälle, und auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu einer beunruhigenden Erkenntnis: Eine Katastrophe bahnt sich an. Das Meer schlägt zurück…

Schwarm

Frank Schätzings Werk »Der Schwarm« zieht schon durch seine äussere Erscheinung in seinen Bann. Sowohl das Cover als auch der schiere Umfang des Buches von über 1000 Seiten sind für einen begeisterten Viel-Leser sehr ansprechend. Allerdings war dies mein erstes (und bisher einziges) Buch dieses Autors, und ich komme zur Erkenntnis: Herr Schätzing schreibt sehr ausufernd, wissenschaftlich fundiert und penibel detailliert; intensiver Recherche sei Dank.

Die einen freut das natürlich, die anderen hingegen nicht. Die wenigsten hiesigen Leser sind Meeresbiologen, Geologen, Erdbeben-Experten oder Meteorologen. Deswegen beschreibt Schätzing naturwissenschaftliche Sachverhalte bis ins kleinste Detail inklusive Wiederholungen, und das ist der Lesemotivation nicht wirklich förderlich. Um zum eigentlichen Kernpunkt zu gelangen, lässt sich der Autor viiiiiiiiiiel Zeit – bis wirklich etwas Spannendes passiert, vergehen über 150 Seiten. Die Charaktere dagegen wachsen einem nicht wirklich ans Herz, weil sie irgendwie ohne Tiefe bleiben. Auf Einzelschicksale wird kaum eingegangen; die Dialoge sind – genauso wie das gemetzelhafte Ende – zu Amerikanisch und eher passend für eine Blockbuster-Verfilmung.

Die Grundidee als Ganzes und die Botschaft des Buches gefielen mir sehr gut; aber ich musste mich zu oft durch langwierige Passagen quälen. Insgesamt ist das Buch für mich weniger Thriller denn wissenschaftliches Sachbuch, und davon durfte ich während meines Studiums schon zur Genüge lesen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s