Back to the 90s: The Craft (USA, 1996)

Ich hege eine Faszination für Filme und Serien aus den 90ern (Und den späten 80ern. Und den frühen 2000ern). Warum, kann ich nicht genau erklären. Es gibt aber nur sehr wenige moderne Filme und Serien, die mich derart in den Bann ziehen können. Vielleicht, weil ich als Kind der 80er von diesen Filmen leicht zu beeindrucken war? Oder, weil mir diese Filme in Erinnerung geblieben sind, obwohl ich viele von ihnen seit 15 Jahren oder mehr nicht mehr gesehen hab (ich wage von mir zu behaupten, bis ins späte Teenageralter ein aussergewöhnlich gutes Gedächtnis besessen zu haben)? Oder, weils damals nicht nur um schnelle und laute Crash-Boom-Bang-Special-Effects aus dem Computer ging?

Viele dieser alten Filme laufen höchst selten im TV (und wenn, dann zu unmöglichen Zeiten oder auf Sendern, die ich nicht empfange), habe ich nie auf VHS besessen oder sind nur schwer auf DVD zu finden. Ich habe es mir vor ein paar Jahren zur Aufgabe gemacht, hin und wieder einen dieser Filme aufzustöbern und zu gucken – und zwar im Original – um zu schauen, ob ich ihn immer noch gut finde oder nur entrüstet den Kopf schütteln kann.

Erst heute ist mir in den Sinn gekommen, dass ich ja eigentlich im Anschluss auch darüber bloggen könnte…

 

You know how to use candles? (Lirio)
Yeah, you light the wick. (Sarah)

The Craft (Der Hexenclub, USA, 1996)

Handlung:
Als Sarah (Robin Tunney, u.a. „Encino Man“, „Vertical Limit“, „The Mentalist) nach einem Selbstmordversuch mit ihrer Familie nach Los Angeles umzieht, fühlt sie sich einsam. Die Einzigen, die sich an ihrer neuen Schule für sie interessieren, sind drei Mädchen, die als Hexen verschrien sind. Da Sarah am eigenen Leib erleben muss, dass ihr Schwarm Chris (Skeet Ulrich, u.a. „Scream“) seine Freundinnen nur ausnützt, nähert sie sich Nancy (Fairuza Balk, u.a. „American History X“, „Almost Famous“), Bonnie (Neve Campbell, u.a. „Scream“, „Party of Five“) und Rochelle (Rachel True, u.a. „Half Baked“) an. Es stellt sich heraus, dass diese tatsächlich mit magischen Praktiken experimentieren. Sarah, die von Natur aus über Zauberkräfte verfügt, schliesst sich den dreien an. Gemeinsam gründen sie einen Hexenzirkel…

… und natürlich geht dann alles schief.

The_craft_movie_poster

Was mir damals beim Gucken nicht aufgefallen ist:
> Sarah’s Haare sind irgendwie… anders
> Wer will schon ein Cheminée mit loderndem Holzfeuer im Schlafzimmer? Vor allem im Hochsommer?
> Das ist doch der Theme-Song von „Charmed“ (USA, 1998-2006)???
> Wer ist Connie Francis?
> beim Dreh wars wohl öfters etwas zu kühl draussen für die Ladies (ahem)
> alle 4 Mädchen sind mir von Beginn weg unsympathisch – und schon ein bisschen zu alt, um noch in der HighSchool zu sein…
> die Schulgänge erinnern mich an „Buffy, The Vampire Slayer“ (1997-2003)

Was ich beim Bloggen über diesen Film Neues gelernt habe (via IMDb):
> das Skript stammt von Peter Filardi (u.a. „Flatliners“ (USA, 1990) und „MacGyver 3×19 – The Endangered„, USA, 1988)
> das Budget war ca. 15 Mio. US-Dollar
> Hauptdarstellerin Robin Tunney trug beim Dreh eine Perücke, weil sie sich erst kürzlich für einen anderen Film eine Glatze rasiert hatte
> beim Dreh geschahen teilweise unerklärliche und gruselige Dinge
> bekam in den USA ein R-Rating (bei uns FSK16)
> gewann einen MTV Movie Award für die beste Kampfszene
> die (meisten) Tierchen waren tatsächlich echt (in einer Szene gibts über 3000 Schlangen)
> Fairuza Balk (Nancy) beschäftigte sich auch im richtigen Leben mit Okkultismus und Hexenmagie und hat später den Magischen Shop gekauft

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Was ich heute über den Film denke:
„The Craft“ ist keine aussergewöhnliche Filmwerkskunst und zeigt mir ein bisschen zu häufig den moralisch erhobenen Zeigefinger. Den Soundtrack finde ich nicht besonders packend. Trotzdem finde ich den Film auch heute noch sehenswert für zwischendurch, auch wenn ich ihn nicht mehr als gruselig empfinde (wie damals mit 17). Zumindest die subtilen Special Effects finde ich (im Gegensatz zu den Hexen-fliegen-ohne-Besen-Szenen) für die 90er Jahre sogar aussergewöhnlich gut gemacht; v.a. im Vergleich zu TV-Serien aus dieser Zeit (wie „Charmed“ oder „Buffy“), die ständig mit einem zu tiefen Budget zu kämpfen hatten. Die Schauspielkünste der Darsteller sind für dieses Genre definitiv besser als schon anderswo gesehen, besonders Fairuza Balk als durchgeknallte „Oberhexe“. Robin Tunney’s Perücke ist besser als in Filmen, die ein dreifach so hohes Budget hatten (z.B. jene von Kristen Stewart’s Twilight-Bella in „Eclipse“; ich habe heute noch Alpträume davon). Ausserdem: endlich mal wieder ein Teenie-Film an der HighSchool ohne nerviges Love-Triangle…

Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich mir den Film damals mit einer Freundin aus der Videothek geliehen (ja, da gabs sowas tatsächlich noch). Erst im Frühling 2015 hat Sony Pictures verkündet, ein Remake zu planen. Mal sehen, was draus wird…

I wanna apologize for those guys in French. They’re assholes. (Chris)
Yeah well, you know what they say. You are who you hang with. (Sarah)
Yeah right… wait, did you just call me an asshole? (Chris)

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