Disc vs. Disk

Ich benutze elektronische Geräte so lange, bis sie schier auseinander zu fallen oder zu kollabieren drohen (oder bereits ihren letzten Atemzug getan haben). Ich bin stolzer Besitzer eines 5-jährigen Laptops, eines 7-jährigen Handys (nicht smart, übrigens), einer etwa 11-jährigen xBox, eines etwa 13-jährigen Röhrenfernsehers, eines etwa 14-jährigen USB-Sticks, einer etwa 20-jährigen Stereoanlage mit Kassettendeck… you get it. Irgendwo hab ich auch noch einen funktionierenden Walkman rumliegen *ahem*. (Zumindest würde er funktionieren, wenn ich ihn denn benutzen wollte.)

Verweigerung von regelmässig angehäuftem Elektroschrott? Ja.
(Gibt schon genug Leute, die sich jedes Jahr ein neues Smartphone zulegen.)

Zu faul, um was Neues anzuschaffen? Jep.
(Ohne Auto ist der Transport anstrengend. Und erst die riesige Auswahl im Laden; bis ich überhaupt weiss was ich will.)

Zu geizig, um was Neues anzuschaffen, solange das Alte noch funktioniert? Definitiv.
(Irgendwie lebe ich immer noch ein bisschen wie zu Studienzeiten – nur kaufen, was man wirklich braucht.)

Ich musste fast weinen, als mein Drucker vor zwei Jahren nach etwa 13 Betriebsjahren seinen Dienst einstellte. (Das lag vielleicht auch daran, dass ich während der Stellensuche dringend auf ihn angewiesen war und das Geld auch bei Arbeitslosen nicht auf Bäumen wächst.) Der neue Drucker war zwar nur etwa halb so teuer und sollte viel mehr können, aber dafür nervt er mich auch drei mal so oft. Ich wage zu behaupten, dass die Qualität gewisser Geräte je länger mehr abnimmt – vom Haltbarkeitsdatum wollen wir gar nicht erst reden…

Meinen DVD-Player habe ich von Papa „geerbt“ und er ist noch nicht mal sooo alt. Allerdings wurde er wohl nicht korrekt vom Englischen ins Deutsche übersetzt und deswegen muss ich immer etwas lachen, wenn er mir sagen will, dass ich noch keine DVD eingelegt habe…

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I *heart* Kristen Stewart: “Still Alice” (USA, 2014)

 

[knocks the pages from the podium]
I think I’ll try to forget that just happened. (Alice Howland)

Es sind Kleinigkeiten, die kaum auffallen und jedem hin und wieder passieren: Bei einem Vortrag fällt der Sprachwissenschaftlerin Alice Howland ein Wort nicht mehr ein. Sie vergisst Verabredungen. Sie lässt ihr Handy im Restaurant liegen.

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Die 5ojährige Mutter von drei erwachsenen Kindern schiebt die Vorkommnisse auf ihr hektisches Berufsleben zurück. Schliesslich hat sie als Professorin an einer grossen Uni viele Studenten zu betreuen, Vorträge zu halten und Termine zu jonglieren. Und bald möchte sie zusammen mit ihrem Ehemann (Alec Baldwin) ein weiteres Fachbuch veröffentlichen. Doch dann verliert Alice beim Joggen die Orientierung. Sie ahnt, dass etwas nicht stimmt. Die Diagnose kommt dennoch völlig unerwartet: Alice hat eine seltene Art von frühem Alzheimer, die sie auf ihre Kinder Lydia (Kristen Stewart), Tom (Hunter Parrish) und Anna (Kate Bosworth) vererbt haben könnte…

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Beim Drama führten Richard Glatzer und sein Ehemann Wash Westmoreland Regie. Richard Glatzer litt selbst an einer schweren Krankheit: Aufgrund seiner amyotrophen Lateralsklerose (besser bekannt als ALS, einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems) war es ihm gegen Ende der Dreharbeiten nicht mehr möglich zu sprechen. Um zu kommunizieren, griff Richard Glatzer auf eine spezielle iPad-App zurück, die Text in Sprache umsetzt.

Kristen Stewart, Wash Westmoreland, Richard Glatzer und Julianne Moore am AFI Fest (American Film Institute Film Festival), November 2014
Kristen Stewart, Wash Westmoreland, Richard Glatzer und Julianne Moore am AFI Fest (American Film Institute Film Festival), November 2014

Durch die Erfahrung mit einer unheilbaren, fortschreitenden Krankheit war es den Regisseuren möglich, einfühlsam mit dem Thema Alzheimer und der sich daraus ergebenden Tragik umzugehen. Sie machten aus „Still Alice“ kein gefühlsduseliges Heulepos, sondern zeigen auf beklemmende Weise und mit vielen Nahaufnahmen, wie aus der selbstbewussten Professorin Alice eine zerbrechliche und hilflose Frau wird. Julianne Moore hat diese Aufgabe grandios gemeistert und zurecht sowohl den Golden Globe als auch den Oscar als beste Schauspielerin erhalten.

Kristen als Alice’s Tochter Lydia hat nicht sehr viele, aber doch sehr wichtige Szenen mit Julianne im Film. Die beiden Schauspielerinnen ergänzen sich so toll, dass ich sie gerne wieder einmal zusammen auf der Leinwand sehen möchte.

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Im März 2015 – nicht mal drei Wochen nach den Oscar-Verleihungen mit dem grandiosen Sieg für seinen Film – verlor Richard Glatzer den jahrelangen Kampf gegen die Krankheit und verstarb.

Das Drama „Still Alice“ basiert übrigens auf dem gleichnamigen Roman der US-amerikanischen Neurowissenschaftlerin Lisa Genova.

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Interessanterweise ist es aus Alice’s Sicht geschrieben. Damit ist der Leser mittendrin im Geschehen und erlebt besonders nah mit, was mit Alice geschieht. Das Buch brachte mich an mehreren Stellen zum Weinen, aber es ist absolut zu empfehlen.

But this isn’t fair. (Lydia Howland)
I don’t have to be fair. I’m your mother. (Alice Howland)

14 Filme in 14 Wochen (XII) – Den Hauptdarsteller fand ich damals ja soooo süss!

Gabrewski, if you die I’m going to shoot myself and come on after you! (Horn)

Jonathan Brandis in Sidekicks (USA, 1992)

Als „Sidekicks“ rauskam, war ich 11 oder 12. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Jonathan Brandis als „Knödelmann“ Barry unglaublich süss und den Film unglaublich toll fand. Das Ende ist natürlich ziemlich voraussehbar, aber ich fühlte mich während der 1,5h sowohl storytechnisch als auch optisch gut unterhalten.

Ich erinnere mich nicht, ob ich ihn in weiteren Filmen oder Serien gesehen habe – ausser in „SeaQuest DSV“ und natürlich „Die unendliche Geschichte 2„.

Von Mr. Lee (Mako) erfährt Barry (Jonathan Brandis), wo die wahre Kraft zu finden ist ...
Von Mr. Lee (Mako) erfährt Barry (Jonathan Brandis), wo die wahre Kraft zu finden ist …

Leider gibts von Jonathan Brandis auch nicht aussergewöhnlich viele filmische Werke zu bewundern. Nach einem Karrieretief und langjährigen Depressionen und Alkoholmissbrauch trat Brandis mit der Hilfe eines Stricks 2003 dem Club 27 bei. Traurig.

You must realize that the greatest weapon you possess is self-control. (Mr. Lee)

14 Filme in 14 Wochen (XI) – Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt

Fuck. You’re delusional. I mean, you’re insane, why would you even want this? Yes, I loved you and then all we did was resent each other, try to control each other. We caused each other pain. (Nick)
That’s marriage. (Amy)

Gone Girl (USA, 2014)

Nick (Ben Affleck) und Amy Dunne (Rosamund Pike) wollten eigentlich ihren fünften Hochzeitstag feiern. Doch als Nick von der Arbeit nach Hause kommt, ist und bleibt Amy unter mysteriösen Umständen verschwunden. Nick gerät ziemlich schnell ins Visier der ermittelnden Polizisten und besteht zwar auf seiner Unschuld, verstrickt sich aber immer mehr in ein Netz aus Lügen und Verrat…

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„Gone Girl“ ist die gelungene Buchverfilmung des Bestsellers von Gillian Flynn. Ich mochte den Thriller sehr, obwohl er mir keine schlaflosen Nächte (von wegen „weiterlesen, sofort weiterlesen!“) bereitet hat. Dass ich den Twist im Plot und das Ende relativ schnell vorhersagen konnte, lag wohl weniger am Buch, sondern an der Tatsache, dass im Vorfeld zu oft über den anstehenden Kinostart berichtet wurde. Selbst ohne grosse Spoiler wurde ein Tick zu viel verraten.

Die Verfilmung ist aber toll umgesetzt und die Schauspieler perfekt ausgewählt. Zwei Stunden Spannung mit schönen Bildern und hübschen Darstellern; dazu ein Film, denn man auch ein zweites Mal schauen kann, selbst wenn man das Ende kennt. Viel mehr brauchts doch eigentlich nicht für gute Unterhaltung für zwischendurch.

What are you thinking? How are you feeling? What have we done to each other? What will we do? (Nick)

14 Filme in 14 Wochen (X) – Der Film, den du zuletzt auf Ricardo ersteigert hast

Ich ersteigere immer mal wieder Filme auf Ricardo. Wozu eine nigelnagelneue DVD kaufen, wenn man sie in quasi-neuer Qualität (die meisten wurden grad mal 1x geschaut) zu weniger als der Hälfte des Neupreises haben kann? Ausserdem tut man damit gutes und rettet arme DVDs vor der  langjährigen Verbannung in dunklen Ecken…

Mein zuletzt ersteigerter Film war „The Rover“ (2014) mit Guy Pearce und Robert Pattinson, den ich bereits in diesem Beitrag hier vorgestellt habe.

Das Cover des deutschen Verleihs Senator gefällt mir zwar besser als das des Schweizer Verleihs Ascot Elite, aber man kann ja nicht alles haben ;-).

The Rover (Ascot Elite)
The Rover (Ascot Elite)

 

Ein Schnäppchen für 8 CHF (inkl. Porto). Und ein toller, empfehlenswerter Film noch dazu!

The Rover (Senator)
The Rover (Senator)

 

14 Filme in 14 Wochen (VIX) – Dieser Film hatte einen originellen Anfang

A life without meaning, without drive, without focus, without goals or dreams isn’t a life worth living. Life comes at you fast. It runs through your body and tries to escape to be expressed in anyway possible. In a way, it’s a lot like lightning. (Carson Phillips)

Struck by Lightning (USA, 2012)

Carson Philips (Chris Colfer) ist in seinem letzten Jahr an der Highschool und bereitet sich mit viel Ehrgeiz auf das bevorstehende College vor, als er plötzlich vom Blitz getroffen wird. In Rückblenden erzählt der Film, wie Carson die letzten Wochen an der Highschool verbracht hat.

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Carson will raus aus dem kleinen Örtchen und es zu etwas bringen. Zusammen mit seiner Mitschülerin Malerie (Rebel Wilson) will er ein Literaturmagazin herauszubringen, um seine Chancen auf die Zulassung am College zu erhöhen. Doch keiner will mit einsteigen, da beide Aussenseiter sind und von den anderen gemieden werden. Carson und Malerie entschliessen sich kurzerhand, ihre Mitschüler zu erpressen…

Es kommt zwar hin und wieder vor, dass ein Charakter gleich zu Beginn des Films stirbt und man erst in Rückblenden erfährt, wie es dazu gekommen ist. Die Todesart ist aber selten so originell wie hier. Der Film ist gute Unterhaltung für knapp zwei Stündchen. Kein Meisterwerk, aber trotzdem sehenswert.

You were on ADD medication as a kid. (Sheryl Phillips)
I thought I was just really calm and mature for my age. (Carson Phillips)
No, you were drugged. I hid it on your food. (Sheryl Phillips)