12 Bücher in 12 Wochen (Extra IV): Literatur-Stöckchen

Gebunden oder Taschenbuch?
Taschenbuch, da häufig unterwegs. Und viel günstiger.

Amazon oder Buchhandel?
Buchhandel, Ricardo oder Flohmarkt

Lesezeichen oder Eselsohr?
Lesezeichen natürlich! Eselsohren in Büchern gehören definitiv verboten, und irgend ein Lesezeichen hat man schnell zur Hand. Ausserdem liebe ich es, wenn ich ein Buch aus dem Regal nehme und mir alte Lesezeichen mit verbundenen Erinnerungen in die Hände fallen (Busticket, Gepäckanhänger, Kassenzettel, Vokabelkärtchen etc.).

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Ordnen nach Sprache und Farbe (Trivialliteratur) oder Grösse und Thema (Studienliteratur).

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Behalten, verschenken oder verkaufen. Bücher würd ich nie wegwerfen.

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Meine Bücher haben zwar selten ein Schutzumschlag, aber wenn, dann mit.

Kurzgeschichte oder Roman?
Roman. Je länger, desto besser – zumindest, wenns ein spannendes Buch ist.

Aufhören wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist?
Früher, wenn das Kapitel zu Ende war. Heute, wenn die Augen zufallen. Kann auch schon mal nach 2 Seiten sein 😉

Kaufen oder leihen?
Beides. Aber lieber kaufen.

Neu oder gebraucht?
Beides.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Empfehlung oder Stöbern.

Morgens, mittags oder nachts lesen?
Nachts. Oder tagsüber im Zug, im Wartezimmer, im Bushäuschen… Lesen kann ich immer und überall.

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12 Bücher in 12 Wochen (XII): Ein Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast

An der Uni besuchte ich ein Psychologieseminar mit dem Titel „Das Leiden literarischer Figuren“. Die Hauptpersonen in den gelesenen Werken leiden alle unter mehr oder weniger schlimmen psychischen Erkrankungen. Folgendes Buch ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben:

 

Jonathan Franzen: Die Korrekturen

Enid und Alfred „Al“ Lambert sind seit 48 Jahren verheiratet und  leben in St. Jude, einer Kleinstadt im mittleren Westen der USA. Ihre Tochter Denise und die beiden Söhne Gary und Chipper haben die konservative Gegend längst verlassen und sind an die Ostküste gezogen.

> Sohn Chipper „Chip“ Lambert war Assistenzprofessor in Connecticut und machte sich Hoffnungen auf einen Professorentitel. Als seine Affäre mit der Studentin Melissa und ein Betrug aufgedeckt wurden, legte ihm die Rektorin nahe, zu kündigen. Seinen Eltern erzählt er, dass er eine tolle Schriftstellerkarriere vor sich habe. In Wahrheit hat er Schulden, verarbeitet seine College-Erlebnisse zu einem Drehbuch und schreibt für eine Künstlerzeitschrift.

> Denise zog zum Studium nach Philadelphia, wo ihr älterer Bruder Gary und dessen Ehefrau Caroline sich gerade eine Traumvilla gekauft hatten. Allerdings ging sie vorzeitig vom College ab und wurde stellvertretende Küchenchefin. Als sie ein Angebot bekommt, Erfahrungen in europäischer Kochkunst zu sammeln, sagt sie begeistert zu. Doch erst hat sie eine Affäre mit ihrem Chef Brian, dann verliebt sie sich in dessen Frau Robin. Brian erfährt vom Verhältnis seiner Frau mit Denise und entlässt seine Küchenchefin.

> Vorzeigesohn Gary ist Abteilungsleiter bei einer Bank, seit 20 Jahren verheiratet und hat mit Caroline drei Kinder. Nach entsetzlichen Weihnachtstagen bei Enid und Alfred vor neun Jahren hatte Caroline ihrem Mann das Versprechen abgenommen, sie nie wieder zu bitten, das Weihnachtsfest in St. Jude zu verbringen.

 

Mittlerweile ist Alfred in Pension, und es wäre endlich an der Zeit, das Leben zu geniessen. Allerdings reichen Alfreds Ambitionen selten weiter als zu seinem blauen Sessel. Ausserdem fangen seine Hände immer stärker an zu zittern: Al leidet zunehmend unter Parkinson, doch Enid will es nicht wahrhaben und nörgelt stattdessen an ihm rum.

Im August reisen Al und Enid nach New York, wo sie Chip besuchen wollen, bevor sie an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffs der „Nordic Pleasurelines“ gehen. Ausgerechnet an diesem Tag wird Chip von seiner Freundin Julia, der er sein Drehbuch anvertraute, verlassen. So überlässt er die Bewirtung von Enid und Alfred seiner Schwester Denise und eilt Julia nach. Statt auf Julia trifft er auf den Ehemann von Julia‘s Chefin, der ihn gleich für einen Geldeintreiber-Job in Vilnius anheuert.

Alfred ist während der Kreuzfahrt zunehmend geistig verwirrt. Um Beruhigungsmittel für ihn zu besorgen, geht Enid zur Krankenstation auf dem Schiff. Der Arzt überredet Enid, nicht ein Beruhigungsmittel für ihren Mann, sondern ein Medikament zur Verbesserung ihres eigenen Befindens einzunehmen und gibt ihr acht unverkäufliche Ärztemuster eines in den USA noch nicht zugelassenen Medikamentes.

Auf dem Deck hört Alfred ein Kichern. Daraufhin beugt er sich über die Reling und erblickt eine nackte Frau. Um besser sehen zu können, lehnt Alfred sich noch weiter hinaus – und fällt acht Etagen tief ins eiskalte Wasser. Er überlebt den Sturz und die Unterkühlung. Obwohl Enid es nicht wahrhaben will, ahnt sie, dass sie mit der Pflege Alfreds auf Dauer überfordert ist und das Haus in St. Jude aufgeben muss. Ihr größter Wunsch ist es, Weihnachten noch einmal mit ihren drei Kindern gemeinsam in St. Jude zu feiern…

 

Meine Meinung zum Buch:
„Die Korrekturen“ ist ein relativ langer Roman und enthält viele verstrickte Rückblenden. Die Geschichte ist sehr lesenswert und zuweilen skurill komisch. Enid versucht ständig, Kindern und Enkeln ihre Lebensentwürfe aufzudrängen und ein schlechtes Gewissen einzureden, damit diese ihre eigenen unerfüllten Wunschträume verwirklichen. Gary tendiert zu manisch-depressiven Phasen und lässt sich von seiner Frau befehlen. Chip und Denise ruinieren sich ihre Karrieren durch sexuelle Eskapaden und wandern immer wieder ziellos durchs Leben. Alfred versteht nicht, was eigentlich alle immer von ihm wollen. Trotz einiger langatmiger Passagen ist es spannend, diesen Figuren zu folgen.

12 Bücher in 12 Wochen (XI): Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert

Hm… da ich Bücher meist unterwegs im Zug lese, erinnern sie mich eher an die Gefühle während des Lesens als an die Orte an sich. Denn mein Ort ist ja immer in Bewegung und wird nur aus meinen Augenwinkeln wahrgenommen… wenn, dann erinnere ich mich mit Glück vielleicht gerade noch an die Zugstrecke.

Die meisten Bücher sind irgendwo auf der Strecke zwischen Bern und St. Gallen zum Einsatz gekommen, aber es gibt auch ein paar Ausnahmen, die mir in Erinnerung geblieben sind.

Im 2006 hab ich ein 3-monatiges Praktikum in Davos gemacht – und nach 4 Jahren Pendeln auf gleicher Strecke war es seltsam, plötzlich auf einer neuen Strecke unterwegs zu sein. Bücher, die ich unterwegs gelesen habe, sind zum Beispiel „The Smoke Jumper“ von Nicolas Evans (bereits in einem früheren Beitrag vorgestellt) oder „Dark Paradise“ von Tami Hoag.

Im April und Mai 2009 bin ich während 6 Wochen durch Canada gereist. Im Gepäck hatte ich „New Moon“ von Stephenie Meyer (ich glaube, das Buch habe ich sogar zweimal nacheinander gelesen) und „Harry Potter and the Deathly Hallows“ von J. K. Rowling.

Ich erinnere mich, die meisten Seiten von NM in und um Vancouver und den grössten Teil von HP7 im „Beez Knees“-Backpacker-Hostel in Whitehorse gelesen zu haben – eingelullt in einem bequemen Sessel am Fenster. Wegen des späten Schnees waren einige Reisende am Yukon gestrandet und mussten Kajak und Fahrrad ruhen lassen.

Unterwegs zwischen Kelowna und Montreal hatte ich mir ein billiges Taschenbuch besorgt, weil ich bereits da schon befürchtete, mir würde der Lesestoff ausgehen – das Buch war aber so grottenschlecht, dass ich mich nicht mal mehr an Titel und Autor erinnern kann… nur daran, dass es sehr blutig war und die Autorin versucht hat, einen auf „Schweigen der Lämmer“ zu machen… in einem Hostel auf Vancouver Island hab ichs gegen „Bleedout“ von Joan Brady ausgetauscht, das ich aber erst  im Dezember in Budapest angefangen hab, zu lesen.

Im Mai 2010 reiste ich geschäftlich nach Norwegen und hatte „Chasing Harry Winston“ von Lauren Weisberger im Gepäck. Was hab ich mich scheckig gelacht. Ideal, um die Wartezeit auf den Anschlussflieger in Amsterdam abzukürzen.

Ein Jahr später reiste „Death du Jour“ von Kathy Reichs nach Berlin und London mit.

Wenn ich ins Regal mit den Kinderbüchern sehe mit Werken wie die Serie „Geheimnis um…“ von Enid Blyton oder die Bücher von Wolfgang Hohlbein, erinnere ich mich an mein bequemes Bett und meine frühere Tagesdecke. Da drauf hab ich immer gelesen… und jetzt hab ich direkt Lust, diese Bücher wieder hervorzukramen…

12 Bücher in 12 Wochen (Extra III): Die 100 meistgelesenen deutschen Bücher

Diese Liste der 100 meistgelesenen Bücher Deutschlands geistert schon seit längerem als Blogstöckchen herum. Ich habe keine Ahnung, woher sie kommt und wie korrekt sie ist. Und wie aktuell sie ist. 

Die Aufgabe dieses Stöckchens ist ganz einfach: Jene Bücher, die man bereits gelesen hat, sollen fett markiert werden. Na dann mal los…

 

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien (angefangen, aber wieder aufgegeben)

2. Die Bibel (wenn auch nur halb)

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett

4. Das Parfum, Patrick Süskind (Thema der mündlichen Maturaprüfung *brrrrr*)

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry

6. Buddenbrooks, Thomas Mann

7. Der Medicus, Noah Gordon

8. Der Alchimist, Paulo Coelho

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling

10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink

15. Faust – Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen

18. Der Name der Rose, Umberto Eco

19. Illuminati, Dan Brown

20. Effi Briest, Theodor Fontane

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling

22. Der Zauberberg, Thomas Mann

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell

24. Siddharta, Hermann Hesse

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz

32. Die Glut, Sándor Márai

33. Homo faber, Max Frisch

34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny

35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera

36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez

37. Owen Meany, John Irving

38. Sofies Welt, Jostein Gaarder

39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams

40. Die Wand, Marlen Haushofer

41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving

42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez

43. Der Stechlin, Theodor Fontane

44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse

45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee

46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann

47. Der Laden, Erwin Strittmatter

48. Die Blechtrommel, Günter Grass

49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque

50. Der Schwarm, Frank Schätzing

51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks

52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling

53. Momo, Michael Ende

54. Jahrestage, Uwe Johnson

55. Traumfänger, Marlo Morgan

56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger

57. Sakrileg, Dan Brown

58. Krabat, Otfried Preußler

59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren

60. Wüstenblume, Waris Dirie

61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro

62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson

63. Mittsommermord, Henning Mankell

64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell

65. Das Hotel New Hampshire, John Irving

66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi

67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse

68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher

69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling

70. Tagebuch, Anne Frank

71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult

72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner

73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen

74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann

75. Was ich liebte, Siri Hustvedt

76. Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers

77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé

78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt

79. Winnetou, Karl May

80. Désirée, Annemarie Selinko

81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig

82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving

83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë

84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern

85. 1984, George Orwell

86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy

87. Paula, Isabel Allende

88. Solange du da bist, Marc Levy

89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel

90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho

91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell

92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow

93. Schachnovelle, Stefan Zweig

94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski

95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi

96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski

97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas

98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel

99. Jane Eyre, Charlotte Brontë

100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood
Man sieht, ich habe noch einiges nachzuholen…

12 Bücher in 12 Wochen (X): Das Buch, das du als nächstes lesen willst

Oh, ich weiss gar nicht, ob ich mich da auf eines beschränken kann. Wie bereits in einem früheren Beitrag zugegeben, horte ich regelrecht ungelesene und halb angefangene Bücher und kann mich jeweils nicht entscheiden, welches ich zuerst fertig lesen oder überhaupt anfangen will. Meistens dürfen die leichteren und handlicheren Bücher mit auf Reisen, während die schwereren neben dem Bett oder sonstwo warten müssen. Und dann gibts ja auch noch welche, die nur im Computer existieren.

Zur Zeit stapeln sich bei mir immer noch folgende Werke:
> On the Road (Jack Kerouac)
> The Demons in my Dreams (littlecat 358)
> Wuthering Heights (Emily Brontë)
> Cosmopolis (Don DeLillo)
> Dark Waltz (Moonchild707)
> Die Tore zur Welt (Ken Follett)
> In your World (solostintwilight)
> Hunger Games (Suzanne Collins)
> Dark Paradise (Tami Hoag)
> Harry Potter and the Deathly Hallows (Joanne K. Rowling)

Also gar nicht so schlimm wie auch schon…

Das nächste Werk, das ich in Angriff nehme, wird wohl „The Hunger Games“ von Suzanne Collins sein. Die Trilogie ist im deutschen Sprachraum unter „Die Tribute von Panem“ bekannt. Und ehrlich gesagt weiss ich noch fast gar nichts über die Bücher – ausser, dass sie mir von allen Seiten empfohlen werden.

Den ersten Band der Reihe habe ich mir in London besorgt. Irritierenderweise stehen die Bücher im Kinder-Regal (bis 12 Jahre), obwohl sie eigentlich in die Young-Adult-Section gehören.

Die Handlung präsentiert sich laut Klappentext und Internet folgendermassen:
Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf.  Die Spiele werden im Fernsehen übertragen und die Bewohner der Distrikte werden gezwungen, jeden Tod mit anzusehen und die Hungerspiele gleichsam dem Kapitol wie ein Fest zu feiern. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester Prim ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf.

Passend zum aktuellen Jugendbuch-Verfilmungs-Hype werden auch die Hunger-Games nächstes Jahr in die Kinos kommen – mit Jennifer Lawrence (Winter’s Bone), Josh Hutcherson (Zathura) und Liam Hemsworth (The Last Song) in den Hauptrollen.

12 Bücher in 12 Wochen (IX): Dein Hassbuch

Gibt es Bücher, die ich wirklich hasse? Natürlich habe auch ich mich während der Schulzeit trotz Lesefreude durch einige Bücher quälen müssen (z.B. Dostojewskis „Schuld und Sühne“ bzw. die neu übersetzte Version „Verbrechen und Strafe“) und von überflüssigen Lehrbüchern à la „Biologische Psychologie“ von Birbaumer und Schmidt will ich gar nicht schreiben, aber mit Schrecken „erinnere“ ich  mich eigentlich nur an

Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas

Die Erzählung dieser Novelle spielt im 16. Jahrhundert und handelt vom Pferdehändler Michael Kohlhaas, der durch eine List des Junkers von Tronka um seine Pferde gebracht wird. Als er auf juristischem Wege keine Gerechtigkeit erlangt, sondern obendrein auch noch seine Frau verliert, greift Kohlhaas zur Selbstjustiz und handelt dabei nach der Devise: „Fiat iustitia et pereat mundus“ (dt.: „Es geschehe Recht, selbst wenn darüber die Welt zugrunde gehen sollte“).

Ehrlich gesagt, musste ich mir die Inhaltsangabe über Wikipedia beschaffen. Ich wusste nichts mehr über die Geschichte, ausser dass sie von einem Mann namens Kohlhaas handelt. Das Reclam-Büchlein habe ich als Maturawerk gelesen und ich glaube, mir waren eher die Umstände verhasst als die Geschichte an sich. Meine Matura machte ich nämlich im Sommer 2001 – dem sogenannten „Jahrhundertsommer“ (bis der Sommer 2003 diesen Titel übernahm). Ich habe mich knapp eine Woche lang durch das gelbe Büchlein gequält – im Garten bei Temperaturen um 35 Grad und nervtötendem Vogelgezwitscher (ja, wochenlanges Lernen hat den Effekt, dass alles um einen herum nervt). An der Prüfung wurde natürlich keine einzige Frage zu diesem Werk gestellt… seither hat aber „Das Parfüm“ von Patrick Süskind einen negativen Beigeschmack…

12 Bücher in 12 Wochen (Extra II): Du bist, was du liest

Letzte Woche hatte ich das seltene Glück, mal nicht einem gegenüber zu sitzen, der komisch riechenden Salat isst, tief versunken auf sein Laptop einhämmert, stundenlang in den wildesten Sprachen in sein Handy brüllt oder Musik in einer Lautstärke über seinen iPod hört, dass mir beinahe die Ohren wackeln.

Nein, da sitzt ein junger Kerl, mehr oder weniger in meinem Alter (jaaaa, ich zähle mich quasi noch zur Jugend *lol*), Typ schweizerisch-kanadischer Holzfäller mit dunklem Lockenkopf, Dreitagebart, Mammut-Jacke und Camping-Gepäck. Passend zu meiner Mammut-Jacke und meinem kanadischen Schlüsselanhänger an der Air-Canada-Reisetasche.

Oh làlà!

Und dann packt er ein Buch aus. Aha, gut aussehend, abenteuerlustig UND belesen.

Oh làlà!

Und dann sehe ich das Cover des Buches, und es ist ein Roman von Charlotte Link.

Nix mehr oh làlà.

Du bist was du liest… tatsächlich? Wenn ich Charlotte Link für eine romantische-Liebesgesäusel-Roman-Schreiberin halte… ist er dann romantisch? Langweilig? Ein Weichei?

Oder bin ich einfach mal wieder voreilig auf ein Klischee reingefallen… und er hat irgend ein Buch aus dem Regal gegriffen? Sich das Buch seiner Freundin vom Nachttisch geschnappt? Ist einem Input oder dem Ratschlag eines Freundes gefolgt? Oder schreibt gar ein Blogstöckchen, arbeitet für eine Literaturkritik-Zeitschrift und liest zur Recherche?

Ich will ja gar nicht wissen, was die Leute von mir halten, wenn sie MICH im Zug lesen sehen… Meine „Lese-Intelligenz“ ist seit Studiumsabschluss rapide gesunken. Zur Zeit widme ich  mich gerade „Dead until Dark“ von Charlaine Harris. Ja, das ist die Vorlage zur Vampirserie „True Blood„.

Vorher las ich „Death du Jour“ von Kathy Reichs und parallel den aktuellen Band der House-of-Night-Reihe (Awakened) von Mutter und Tochter Cast. Jup, die Vorlage zur TV-Serie „Bones“ und ein weiterer Roman mit Vampiren und anderen seltsamen Geschöpfen der Nacht.

Und ich glaube nicht, dass die Tatsache, dass ich die Bücher in Englisch lese, mehr Eindruck auf meine Mitpassagiere macht – im Gegenteil. Die verdrehen wahrscheinlich höchstens innerlich die Augen und denken „Noch so eine“…

Kein Wunder, dass mich in letzter Zeit niemand mehr anspricht. Früher ergaben sich häufiger Gespräche wegen meiner Studienunterlagen und Artikel… was ich studiere, wo und warum, was ich nacher damit machen will, und wieso ich auf Englisch lese?

Ich sollte wohl wieder mal meine Flirtstrategie überdenken und wichtig aussehende Artikel mit auf Reisen nehmen… 😉

Meine „intelligentere“ Trivial-Literatur – ich will ja nicht ganz einrosten! – liegt übrigens neben dem Bett auf dem Boden… und wird noch ein Weilchen dort bleiben, denn für „kluge“ Bücher brauche ich mehr Hirnkapazität, was dazu führt, dass ich nach wenigen Seiten schon so müde bin, dass das Licht gelöscht wird.

Aber überhaupt… wer bestimmt schon, welche Literatur „intelligent“ ist und welche nicht? Hauptsache, es wird gelesen. In Computer und TV und auf’s Handy-Display starren tun wir schliesslich schon genug…