Andrea mistet aus (VIII): Ausgangsklamotten zum Ersten

Ich bin in einem eher kleinen Dorf aufgewachsen, wo es keine Ausgehmöglichkeiten gab. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, das meiste meines Taschengeldes für Klamotten auszugeben. Denn hin und wieder schafften wir es tatsächlich, eine von zwei Discos in der Nähe zu besuchen – und bei solchen seltenen Gelegenheiten musste frau sich natürlich aufbrezeln. (Zum Glück gabs damals noch keine Handys und hatte ich keine Lust aufs Zigarettenrauchen, sonst wär ich mit dem Geld ja nirgends hingekommen.)

 

Mein erster Minirock. Den habe ich mit etwa 14 Jahren gekauft und jahrelang unzählige Male getragen...
Mein erster Minirock. Den habe ich mit etwa 14 Jahren gekauft und jahrelang unzählige Male getragen…

Ein Teil meiner Sachen – hauptsächlich Mini-Kleider und hochhackige Schuhe – hat in den letzten Jahren bereits eine neue Besitzerin gefunden.

Mein Drachenkleid. Leider nicht besonders oft getragen - dazu gab es  einfach zu wenige Gelegenheiten...
Mein Drachenkleid. Leider nicht besonders oft getragen – dazu gab es einfach zu wenige Gelegenheiten…

Ein Grossteil dieser Klamotten lagert aber nach meinem endgültigen Auszug immer noch in einer Bananenschachtel und muss jetzt endlich weg – sei es über Ricardo, Verschenken oder die Kleidersammlung.

Mein Wickel-Mini von H&M - heissgeliebt und oft getragen...
Mein Wickel-Mini von H&M – heissgeliebt und oft getragen…

Es macht einfach keinen Sinn, sie zu behalten und wichtigen Platz dafür zu verschwenden. Denn selbst wenn ich je wieder reinpassen sollte (was ich bezweifle), werde ich das Zeug wohl kaum jemals wieder ausserhalb meiner eigenen 4 Wände tragen. Bin ja keine 20 mehr 😉 und mein Geschmack hat sich in der Zwischenzeit doch etwas geändert…

Andrea mistet aus (VII): Gläser für einen scharfen Blick

Wenn man selbst von der vordersten Schulbank aus nicht sieht, was an der Wandtafel geschrieben steht – ja, dann ist es wohl Zeit für eine Brille… ich bekam meine erste Brille in der 2. oder 3. Klasse, aber wahrscheinlich wäre sie schon viel früher nötig gewesen. Kein Wunder, habe ich es im Sportunterricht nie geschafft, einen Ball mit 2 Händen zu fangen – bisschen schwierig, wenn man ihn nicht kommen sieht und die Geschwindigkeit nicht einschätzen kann. Meine Koordination ist seither zwar besser geworden, aber nur bedingt. Also, wer weiss 😉

Eine neue Brille zu kaufen, finde ich etwas vom Schwierigsten (zusammen mit Schwimmutensilien stofflicher Art, Handtaschen und Schuhen). Da ich ohne Brille etwa so blind bin wie ein Maulwurf und kaum noch Kontaktlinsen trage, brauche ich sie täglich. Und obwohl ich den Kauf einer Brille so schwierig finde und ich ihn drum immer ewig lange hinauszögere, haben sich über die Jahre doch noch einige Brillen und Brillenetuis angesammelt:

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Bei der Auswahl meiner ersten Brille (links oben, ca. 1990) war ich ziemlich überfordert. Man siehts schon an der Farbe, denn ich hasse pink und schweinchenrosa heute noch und kann nicht verstehen, wie man mich zu dieser Monstrosität hatte überreden können.

Da meine Sehkraft sich derart schnell verschlechterte, brauchte ich jedoch sowieso alle 2 Jahre neue Gläser mit einer anderen Sehstärke. Drum gabs ziemlich bald auch ein neues Gestell dazu: Harry Potter lässt grüssen (rechts oben, ca. 1994). Wie alle Nachfolgemodelle bereits in schwarz, hier allerdings noch mit goldenen Farbtupfern.

Das nächste Gestell (links unten, ca. 1999) war dünner und leichter; aber ich brauchte wegen der kleineren Gläser einige Wochen, bis ich mich dran gewöhnte (ist alles so unscharf, wenn man an den Gläsern vorbeigucken kann. Ausserdem verbiegt sich das Gestell viel zu schnell).

Danach wollte ich es etwas auffälliger und markanter (rechts unten, 2004). Ich habe damals viele verschiedene Farben ausprobiert, konnte mich aber mit keiner anfreunden. Silber schien in meinem Gesicht zu verschwinden, und Farben wie rot oder blau liessen mich innerlich erschauern, wenn ich nur schon daran dachte, dass ich mit meinem Farben-müssen-unbedingt-und-immer-zusammenpassen-Tick dann keine Pullis mehr in grün oder orange anziehen würde können…

Von allen Brillengestellen ist dieses rückblickend eigentlich immer noch mein liebstes. Ich wechselte 2009 wieder zurück auf ein dünneres Gestell, diesmal in einer rechteckigen Form. Aber ich glaube, mein Gesicht kann sehr gut etwas auffälligeres vertragen. Ich hätte gerne zwei verschiedene Modelle gehabt um zwischendurch abzuwechseln, aber ich brauchte bei der Umstellung auf die neue Brille eine ganze Woche, bis ich mich nicht mehr fühlte als hätte ich einen halben Kater (alles so schön schummrig-trümmlig hier. Ich müsste zwei Brillen in der gleichen Form und Gläser-Krümmung haben um regelmässig abwechseln zu können; das wäre ja auch fad. Und bei so starken Gläsern leider auch nicht ganz billig…

Nach 5 Jahren ist nun bald wieder mal etwas Neues fällig (obwohl die Sehstärke zum Glück kaum nachgelassen hat). Ich bin schon mal gespannt, was es wird. Ich tippe mal auf schwarz, aber wer weiss ;-).

Andrea mistet aus (VI): Bling-Bling-Nagellack

Andere lieben metallic-lackierte Autos, ich liebe glitzernden Nagellack. Die Farbwahl hielt sich zwar immer so einigermassen in Grenzen (sprich mehrheitlich in blau- und rosa-Tönen), aber früher habe ich mir häufig die Nägel lackiert. Bis ich angefangen habe, neben dem Studium bei McDonalds zu arbeiten, wo absolutes Nagellack-Verbot herrscht. Es erschien mir irgendwann überflüssig, für einen Tag die Nägel zu lackieren, nur um sie am nächsten Tag wieder mit Nagellack-Entferner traktieren zu müssen.

Die alten Fläschchen blieben im Regal stehen, aber trotzdem kamen immer mal wieder neue hinzu. Mittlerweile arbeite ich schon seit bald 2 Jahren nicht mehr bei McDonalds, aber irgendwie habe ich mich an das nagellack-lose Dasein gewöhnt. Entweder bin ich zu faul oder ich habe keinen passenden Lack zu dem, was ich grad tragen möchte oder ich vergesse es einfach… kaufen tu ich mir aber trotzdem immer mal wieder ein neues Fläschchen in der Annahme, es dann auch gleich anzufangen…

Die ältesten müssten mittlerweile über 10 Jahre alt sein. Da sie alle paar Wochen kräftig durchgeschüttelt werden, sind sie auch noch absolut brauchbar. Ich müsste sie nur endlich mal wieder einsetzen…

Andrea mistet aus (V): alte Jugendzeitschriften

Für „Bravo“ und „Mädchen“ waren wir schon zu alt, „Wendy“ und „Popcorn“ hat uns nicht interessiert, Zeitschriften wie „Amica“ waren viel zu teuer und für Modemagazine wie „Glamour“ fühlten wir uns zu jung (wer kann sich schon den vorgeschlagenen Modekram vom Taschengeld leisten? und wer wollte das überhaupt anziehen?)… Also haben wir damals in der Sekundarschule die „Brigitte Young Miss“ gelesen.

Die Hefte haben einige Jahre in einer Schachtel unter meinem Bett gelagert, während „Joy“, „Jolie“ und Konsorten stetig ausgemustert worden sind. Jetzt mache ich  mir einen Spass daraus, einzelne Ausgaben auf langen Zugfahrten zu lesen, bevor sie im Altpapier landen. Ich kichere über Berichte von angeblichen Musiktalenten, die nach ihrer ersten CD in der Versenkung verschwunden sind, schmunzle über heute völlig veraltete Modestrecken und ich liebe es, anstehende-Filmprojekte-News von 1999 zu lesen und zu merken, dass doch nichts daraus geworden ist…

Die Zeitschrift scheint allerdings nicht überlebt zu haben. Jedenfalls ist sie heute nicht mehr am Kiosk zu finden oder wurde von Klatschzeitschriften à la „InTouch“ abgelöst…

Andrea mistet aus (IV): Briefpapier

Hach, was hab ich früher viele Briefe geschrieben. Meine Briefe umfassten meist mehr als ein oder zwei Seiten und richteten sich an die unterschiedlichsten Personen. Dementsprechend brauchte ich auch eine grosse Auswahl an Briefpapier: Katzen, Sonnenuntergänge und Landschaften, Mickey Mouse, Enten, Blumen, Einhörner oder Schäfchen; auf Recyclingpapier, marmoriert, mit Paisley-Muster, kariert oder liniert.

Hin und wieder hab ich mir auch selber welches mit Wasserfarbe bemalt oder passende Couverts zusammengeschustert. Und dann gabs natürlich Briefpapier das zu schade war, es überhaupt zu benutzen…

Jetzt läuft mein schriftlicher Austausch nur noch via SMS, E-Mail oder Facebook und das Briefpapier versauert in der Schublade. Ausserdem scheint schreiben auch bei jungen Leuten nicht mehr in Mode zu sein. Verschenken geht also auch nicht, und wegwerfen ist zu schade. Also bleibt es weiter da drin liegen und wartet.

Andrea mistet aus (III): Deo-Parade

Immer, wenn ich ein neues Deo gefunden habe, das mir passt, wird kurz darauf die Produktion eingestellt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich deshalb eine Menge von Marken durchprobiert und die besten für „besondere Anlässe“ aufgehoben (zum Arbeiten und für den Sport tuts ja auch ein stinknormales nicht-parfümiertes).

 

Was dazu führt, dass ich beim Aufräumen in der Schublade jede Menge Flaschen mit Restinhalt gefunden habe… und jetzt die nächsten paar Wochen jeden Tag abwechsle, bis die Flaschen leer sind und entsorgt werden können.

Andrea mistet aus (II): Gipsfinger

In meiner Bastelkiste findet sich allerhand praktisches, aber auch verwunderliches. Fimo, Krepp-Papier, Stoff-Portemonnaies (zum Bemalen), Jonglierbälle, Papierblumen und… Gipsfinger?

Was um Himmels Willen wollte ich damals damit machen? Gipsreste aufbrauchen? Bemalen und als Puppentheater verwenden? Meine Oma erschrecken mit der Lüge, ich hätte mir alle Finger gebrochen?

Und warum hab ich die überhaupt behalten? Zumal sie mir mittlerweile etwas zu klein sind… als Prototyp? Wie auch immer – jetzt sind sie weg.