12 Filme in 12 Wochen (VII): Ein Film, von dem niemand gedacht hätte, dass du ihn gesehen hast

Hmm… das ist allerdings schwierig.

Ich bin ja bekannt dafür, öfter mal schräge Filme zu gucken, die nicht grad jeder kennt – auch wenn das jetzt keine völlig unbekannten Filme sind. Über einige der sehenswerten Exemplare hab ich auch schon Beiträge verfasst, zum Beispiel Cosmopolis (Canada, 2012), Wristcutters: A Love Story (US/UK, 2006), The Cake Eaters (USA, 2007), Adam’s Apples (DK, 2005), Speak (USA, 2004), How to Be (UK, 2008), Utopia Blues (CH, 2001), King George (UK, 1994), Spider (F/Canada/GB, 2002), Prozac Nation (USA, 2001), The Fisher King (USA, 1994), Harold und Maude (USA, 1971), Elling (DK, 2001) oder Festen (DK, 1991).

Cosmopolis (Canada, 2012)

Dazu ein paar Biographien (z.B. über van Gogh, den Dalai Lama, Pollock oder Camille Claudel), die ich allesamt nicht besonders toll fand (naja, mit Biographien hab ich mich schon immer schwer getan).

Wristcutters: A Love Story (US/UK, 2006)

Und ich hab wohl auch schon zig Dokumentarfilme über alle möglichen und unmöglichen Themen gesehen, die sich nicht unbedingt jeder antun würde.

Speak (USA, 2004)

Aber einen Film, der alle in Staunen versetzen würde? Uff… Ich hab mal ein paar Minuten von „One Night in Paris“ gesehen. War sterbenslangweilig…

12 Filme in 12 Wochen (I): Der Film, den du zuletzt im Kino gesehen hast

„I smell sex all over you.“ (Elise)
„It’s not the sex you think i’ve had. It’s the sex I want.“ (Eric)

Cosmopolis (Canada, 2012)

New York  im April 2000. Eric Packer (Robert Pattinson), erfolgreicher und steinreicher Vermögensverwalter von 28 Jahren, fährt in seiner eigens für ihn angefertigten  Stretchlimousine quer durch die Stadt. Weltweit wackeln die Börsenkurse, aber Eric hat sich neben dem „Business as usual“ (gegen den Yen spekulieren, die tägliche Arztvisite, seine neue Frau Elise (Sarah Gadon) besser kennen lernen, Sex haben) etwas für den heutigen Tag vorgenommen: Er braucht einen neuen Haarschnitt und fährt zu seinem Stamm-Coiffeur am anderen Ende der Stadt. Das Vorhaben erweist sich aber schwieriger als erwartet: Der Präsident ist in der Stadt, ein Beerdigungs-Zug zur Ehre eines verstorbenen Rappers verstopft die Strassen, es wird demonstriert und eben wurde eine Todesdrohung gegen ihn ausgesprochen…

„Cosmopolis“ ist David Cronenbergs Verfilmung des gleichnamigen Buches von Don DeLillo. Der Film wurde letzte Woche in Cannes vorgestellt und erhielt eine Standing Ovation von mehr als 8 Minuten. Die Kritiken sind aber wie immer zwiespältig – entweder man liebt den Film oder man hasst ihn. Ich liebe ihn.

„Do you need a haircut?“ (Elise)
„I need anything you can give me.“ (Eric)

Ich habe bisher noch nicht viele Filme von Cronenberg gesehen. „A Dangerous Method“ war mir etwas zu langfädig. „Eastern Promises“ mochte ich ganz gut, „Spider“ liebe ich (siehe meinen früheren Beitrag „Von Spinnen und Spinnern“ für weitere Informationen). „A History of Violence“ liegt seit Wochen auf meinem „noch-zu-guckende-DVDs“-Stapel.

In „Cosmopolis“ wird ganz schön viel gesprochen und querbeet philosophiert – und es macht nicht immer Sinn. Aber das liegt wohl daran, dass Cronenberg die Dialoge von DeLillo quasi eins zu eins übernommen hat – und das Buch macht auch nicht immer Sinn; weder die Dialoge noch warum die Charaktere handeln, wie sie handeln. Einige monieren auch, die Trailer seien irreführend; sie hatten eine Art Actionthriller erwartet, und das ist „Cosmopolis“ ganz und gar nicht. Interessant ist, wie sich fast alle Szenen in Erics Limo abspielen; er muss eigentlich nirgends hingehen, wenn er nicht will, die ganze Welt kommt zu ihm. Er hat sich seine eigene kleine Welt erschaffen, die ihn aber plötzlich einengt.

Die Frage ist: Muss man immer alles verstehen, um es zu geniessen? Nein. Filme sind Kunst; und Kunst muss man nicht immer verstehen. Oder warum gucken wir uns immer wieder komische Bilder von anscheinend verrückten Malern in Museen an? Sowohl das Buch als auch der Film laden zum Nachdenken ein. Und es ist doch interessant zu wissen, dass DeLillo sein Buch vor bereits 12 Jahren geschrieben hat, aber Teile davon (z.B. Aktionen wie Occupy Wallstreet) genau zum Drehzeitpunkt in Toronto wahrgeworden sind.

„But we still want what we want. We want a haircut.“ (Eric)

Kino-Kalender 2012

Das Kinojahr 2012 wird grossartig – vielleicht noch grossartiger als 2011. Hier mein vorläufig geplantes Kino-Programm für nächstes Jahr:

ab 22. März: der erste Teil der Hunger Games mit Jennifer Lawrence, Liam Hemsworth und Josh Hutcherson

ab 26. April: Bel Ami, die Verfilmung der Buchvorlage von Guy de Maupassant. Mit Robert Pattinson, Christina Ricci, Uma Thurman, Kristin Scott Thomas

ab 10. Mai: My Week with Marilyn mit Michelle Williams, Emma Watson und Eddie Redmayne

ab 23. Mai: die Buchverfilmung On the Road nach dem Roman von Jack Kerouac mit Garret Hedlund, Sam Riley, Kristen Stewart, Viggo Mortensen, Kirsten Dunst und Amy Adams

ab 31. Mai: Snow White and the Huntsman mit Kristen Stewart, Chris Hemsworth und Charlize Theron

ab 18. November: The Twilight Saga: Breaking Dawn Part 2 mit Robert Pattinson, Kristen Stewart und Taylor Lautner

ab 12. Dezember (mit Vorbehalt): Cosmopolis, der neuste Cronenberg nach dem Roman von Don DeLillo mit Robert Pattinson, Paul Giamatti und Sarah Gadon

Quelle: http://cosmopolisfilm.com/

 

immer noch ohne Kinostart: Girlfriend mit Evan Sneider, Shannon Woodward, Jackson Rathbone. vielleicht krieg ich ihn ja mal auf DVD zu sehen *seufz*

Zwei-Wochen-Rückblick (Dezember 2011/1)

GESEHEN: Eastern Promises

GEARBEITET: Daten kontrolliert, aufgeräumt und Codierbücher erstellt

GEHÖRT: Breaking Dawn Part 1 Soundtrack

GELESEN: Hochzeit zu verschenken (Sophie Kinsella)

GETAN: jede Menge Weihnachts-Kekse gebacken

GEGESSEN: Lebkuchen mit Schokoladenüberzug

GESCHRIEBEN: Aufstellung der Mobilitätskosten

GEFREUT: dass ich eine liebe Person wieder mal gesehen habe und Zeit mit ihr verbringen konnte

GEÄRGERT: über Gratis-Anzeiger, die den Briefkasten verstopfen

GEWÜNSCHT: dass der Schnee bis nach Amsterdam auf sich warten lässt

GEKAUFT: Geschenkband

GEPLANT: für Amsterdam packen. irgendwann dann.